Sind Smoothies gesund?
- Peter Messner
- 11. Aug.
- 4 Min. Lesezeit

Gerade jetzt bei der Hitze im Sommer hat man wenig Lust auf Essen oder man verspürt einfach gar keinen Hunger. Deshalb greift man sehr gerne einfach schnell zu einem Smoothie im Supermarkt oder macht sich selbst einen zuhause. Das geht ganz einfach, schnell und ist ja auch gesund! Oder stimmt das vielleicht gar nicht? In diesem Artikel schauen wir uns den Smoothie, seine gesundheitlichen Auswirkungen genauer an und welche Alternativen davon wirklich sinnvoll sind.
Was ist ein Smoothie überhaupt?
Eine einheitliche Definition, worum es sich bei einem Smoothie handelt, gibt es nicht. Allgemein lässt sich aber sagen, dass es sich bei Smoothies um Getränke mit einem hohen Frucht- oder Gemüseanteil handelt. Sie haben meist eine sehr sämige Konsistenz und werden je nach Art mit Wasser, Saft oder Milchprodukten zubereitet. In der Regel sollten sie keinen zugesetzten Zucker oder Aromen enthalten, da sie natürlich hergestellt werden. Dies gilt sowohl für hausgemachte, als auch für gekaufte Produkte. Der größte Unterschied zum Fruchtsaft ergibt sich daraus, dass sie nicht durch das Auspressen der Früchte hergestellt werden, sondern aus den ganzen Früchten. Die Zusammensetzung kann je nach Belieben stark zwischen einem hohen Obst- und einem hohen Gemüseanteil variieren [1].
Die Vorteile von Smoothies
Im Vergleich zum Saft haben Smoothies einen klaren Vorteil. Sie enthalten nämlich nicht nur die Flüssigkeit, die darin gelösten Stoffe und den Zucker der Frucht, sondern alle essbaren Anteile der Zutaten. Dadurch kommt die sämige Konsistenz zustande und deutlich mehr Bestandteile der ganzen Frucht werden beibehalten. Auch der Ballaststoffgehalt übertrifft den eines Saftes klar. Nachdem die Möglichkeit besteht, die Hauptzutaten stetig abzuwechseln, verändert sich auch der Gehalt der unterschiedlichen Vitamine und Mineralstoffe [2][3].

Auch gegenüber ganzem Obst und Gemüse bieten sie einen Vorteil. Während diese ein sehr großes Volumen haben und durch ihren teilweise sehr hohen Ballaststoffanteil sehr sättigend wirken, verringert sich der Sättigungseffekt bei Smoothies deutlich. Dies ist zwar nicht für alle ein Vorteil, allerdings kann es für Personen, die große Schwierigkeiten haben, ihren Obst- und Gemüsebedarf zu decken durchaus eine Möglichkeit sein. Außerdem bieten sie die Möglichkeit, Obst und Gemüse, welches man zuhause in kleinen Mengen übrig hat, auf eine etwas abwechslungsreichere Art zu verwerten und so einen frischen und einfachen Snack herzustellen [2].
Zusammenfassend kann man sagen, dass Smoothies durch ihre Variabilität als Vitamin- und Mineralstofflieferant interessant sein können. Bei Problemen mit einer zu starken Sättigung sind sie als Ergänzung zu ganzem Obst und Gemüse durchaus immer wieder eine Option.
Gibt es überhaupt Nachteile?
Die Nachteile von Smoothies starten schon bei der Definition. Da es keine einheitlichen Vorgaben für Smoothies gibt, können die Zutaten - und damit verbunden der Gehalt an Nährstoffen - sehr stark variieren. Vor allem bei Obst-Smoothies besteht das Risiko, dass der Zuckergehalt sehr hoch ist. Dies kann dazu führen, dass der Blutzuckerspiegel teilweise sehr schnell und unbewusst ansteigt. Gleichzeitig kann auch die Kalorienzahl sehr hoch sein, vor allem wenn als Flüssigkeit nicht Wasser, sondern Fruchtsaft verwendet wird und es sich um Smoothies mit hohem Obstanteil handelt [3].
Durch das Mixen kommt es außerdem dazu, dass das Volumen eines Smoothies klar geringer ist, als das von ganzem Obst oder Gemüse. Dadurch werden die Ballaststoffe mechanisch stark zerkleinert und man bleibt kürzer satt als bei ganzem Obst und Gemüse. Treffen alle diese Punkte auf die gleichzeitig erhöhte Aufnahme von Zucker (durch das Mixen kann ich schließlich mehr Obst und Fruchtsaft auf einmal aufnehmen), dann kann dies eine sehr ungünstige Kombination sein [2-4]. Bei gekauften Smoothies ist es außerdem sehr schwierig zu erkennen, wie viel vom Inhalt wirklich aus Frucht- bzw. Gemüsepüree stammt und wie viel wiederum aus Säften. Dies liegt vor allem daran, dass nur die Grundzutaten angegeben werden müssen. Die genaue Zusammensetzung muss nicht auf der Verpackung gekennzeichnet werden [2].

Fazit: Sind Smoothies gesund?
Es gibt einen guten Grund wieso Smoothies sehr beliebt sind. Man kann sie gemütlich zuhause zubereiten oder sie schnell und einfach im Supermarkt kaufen. Sie sind frisch, bieten Abwechslung und vor allem bei wenig Appetit geben sie einem die Möglichkeit trotzdem einen Teil der empfohlenen Obst- und Gemüsemenge zu sich zu nehmen. Als sporadischer Snack zwischendurch oder selten mal als Mahlzeitenersatz wenn es schnell gehen muss und man gar keine Zeit für etwas anderes hat, sind sie daher durchaus eine Alternative.

Bevorzugt sollten aber Smoothies mit einem hohen Gemüse- und niedrigen Obst- und Fruchtsaftanteil werden. Diese haben deutlich weniger Zucker und trotzdem einen hohen Vitamin- und Mineralstoffanteil. Am besten werden Smoothies außerdem selbst gemacht und nicht gekauft. Dadurch kann man klar kontrollieren, welche Zutaten man hineingibt und wie groß die Mahlzeitenmenge wird. Beim Einkauf lässt sich leider meistens nicht klar erkennen, wie das Zutatenverhältnis wirklich ist.
Am sinnvollsten ist und bleibt es aber, Obst und Gemüse in seiner ursprünglichen Form zu essen. Dadurch bleiben die natürlichen Nährstoffe enthalten und die Ballaststoffe sorgen für eine bessere und längerfristige Sättigung. Zusätzlich kontrolliert man so die Zuckeraufnahme deutlich besser und es wird weniger aufgenommen. Als Getränke sind Wasser oder ungesüßte Tees eine deutlich bessere Alternative.
Solltet Ihr dennoch hin und wieder gerne auf einen Smoothie zurückgreifen, findet ihr hier in Zukunft auch einfache und ausgewogene Rezepte dafür zum Nachmachen.
Quellen:
[1] | Dr. Alexander Vögtli, Smoothies, PharmaWiki, Medikamente und Gesundheit, 14.4.2026, Website: https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Smoothies |
[2] | H.Loidl, Saft, Frucht oder Smoothie: In welcher Form ist Obst am Gesündesten, Apotheken Umschau, 22.07.2026, online: https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/ernaehrung/obst-frucht-saft-smoothie-welche-form-ist-am-gesuendesten-1557503.html |
[3] | Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Obst und Gemüse – viel und bunt, Die DGE-Empfehlungen, 31.01.2026, online: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/obst-und-gemuese/ |
[4] | AOK, Grüne Smoothies – so gesund sind sie wirklich, AOK Gesundheitsmagazin, 05.02.2024 online: https://www.aok.de/pk/magazin/ernaehrung/obstgemuese/gruene-smoothies-wie-gesund-sind-sie-wirklich/ |


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